Geschichte des Vereins

 

Ausgangslage

“Um ein Kind aufzuziehen, braucht man ein ganzes Dorf.” Leider wussten das die heutigen Initiatorinnen des Vereins noch nicht, als sie das Kinderaufziehen damals nur mit dem Partner oder gar alleine schaffen wollten. Irgendwie ist es doch gelungen, aber es war ziemlich anstrengend. Am Ende dieser Zeit, als alle aus dem Gröbsten heraußen waren, gingen dann auch die Beziehungen kaputt. Wer weiß, hätte “das Dorf” auch den Paaren gut getan, nicht nur den Kindern?

zwei Frauen teilen ihre Erfahrungen

 

Initiationsphase 2000 / 2001

Nachdem es zuletzt zunehmend mehr Frauen und Männer mit diesem oder ähnlichem Schicksal im Umfeld gab, beschlossen wir, die Idee des “Dorfes” konkret werden zu lassen. Im Herbst 2000 trafen sich erstmals 10-15 Menschen mit dem Ziel, ein generationenverbindendes Leben in Gemeinschaft miteinander zu planen. Zu den regelmäßigen Treffen kamen von Beginn an Menschen jeder Altersgruppe, Alleinerziehende, Familien, Paare, Singles, und SeniorInnen. Die älteste beteiligte Person, die mit dabei ist, ist 89 Jahre alt. Das jüngste Kind ist ein-einhalb.

 

Objektsuche 2001

Bereits 2001 erlebte die Gruppe eine intensive Objekt-Such-Phase. Obwohl ca. 20 Objekte besichtigt wurden, blieb die Suche ohne Erfolg. Die wichtigsten Erfahrungen daraus waren:

So entstand die Notwendigkeit, einen Verein zu gründen.

 

Vereinsgründung Juni 2002

Mit 18. Juni 2002 ist die Nicht-Untersagungs-Erklärung der Vereinsbehörde datiert. Der Verein “Leben in Gemeinschaft” war geboren. Der monatliche Vereinstreff für Interessierte wurde eingerichtet. Gleichzeitig entstand auch das Bewusstsein, dass das geplante Zusammenleben, das nebenbei auch naturnah und nachhaltig konzipiert sein sollte, für jede/n Teilnehmende/n genauso erschwinglich sein sollte, wie das derzeitige Leben. Mieten statt besitzen heißt die Lösung. Ein Vereinsfalter wurde erstellt und die Vernetzung mit anderen österreichi-schen Ökodorf-Initiativen und dem GEN-Europe (Global-Ecovillage-Network) intensiviert.

 

Kennenlernprozess

Den notwendigen Rahmen zum Kennenlernen bildet der monatliche Vereins-treff. Die Gruppe wuchs bis heute ausschließlich durch Mundpropaganda. Wer sich darin wohl fühlt, erzählt das gewöhnlich im Freundeskreis. Im Kennenlernprozess finden sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Eine gemeinsame Identität entsteht durch das gemeinsame Ziel (Leben in Gemeinschaft) ganz von selbst. Bei jedem Schritt in Richtung Verwirklichung gibt es für jede/n Einzelne/n die Gelegenheit, sich noch deutlicher zu definieren, sodass in diesem Prozess bereits wichtige Regeln und Umgangsformen gemeinsam entwickelt werden können. Seit Anfang 2003 verbringen die Menschen, die zukünftig miteinander leben wollen, vierteljährlich gemeinsame Wochenenden auf verschiedenen Selbstversorger-Hütten in der Umgebung von Linz.

Kommunikation auf der Hütte

 

Kooperation mit der Wohnungsgenossenschaft

Anfang November 2002 war der Direktor einer Linzer Wohnungsgenossenschaft zu Gast bei einer Vorstandssitzung. An diesem Tag wurde die Kooperation vereinbart und der Startschuss für die neuerliche Objektsuche gegeben.

 

Objektsuche 2002

Bereits Mitte November 2002 war der erste Standort gefunden. Er ist 4 ha groß, im Wald am Ortsrandrand gelegen. Die vorhandenen Gebäude müssen adaptiert werden und können 25-30 Personen beherbergen, günstig gelegen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln in erreichbarer Nähe zu Linz. Die Südwest-Hanglage bietet gute Bedingungen für die Permakultur. Die Verhandlungen zwischen allen drei Projektpartnern, Grundeigentümer, Wohnungsgenossenschaft und Verein Garten Eden, verliefen sehr erfolgreich, sodass im Februar 2003 die Verträge unterschriftsreif waren.

 

Wohnbauförderung

Vorgespräche in der Abteilung Wohnbauförderung der oö Landesregierung haben stattgefunden. Wir hoffen auf Förderungen für ein “Leben in Gemeinschaft”, auch wenn das im Rahmen der derzeitigen Gesetzeslage (noch) nicht möglich ist. Ein Pilotprojekt soll die Richtung in eine sozial förderliche Baugestalt weisen.

 

Grün-Preis

Im Juni 2003 haben wir unser Projekt, bereichert um zahlreiche Ideen für die Zukunft, zum Grün-Preis von Rudi Anschober eingereicht und wir wurden als eines von 6 Projekten tatsächlich prämiert. Das gab uns starken Rückenwind.

 

Weitere Objekte 2004

Da immer mehr Menschen dazukamen, haben wir ab Januar 2004 weiter nach Objekten gesucht und auch interessante Angebote bekommen, die derzeit angebahnt werden. Inzwischen ist das erste Objekt, mit dem wir ein Jahr lang gerechnet hatten, ausgefallen und wir richten unsere Energie jetzt verstärkt auf die neuen Optionen.

 

Aktuelle Vereinstätigkeit

Zur Zeit (Februar 2004) hat der Verein 22 Mitglieder und ungefähr doppelt so viele InteressentInnen. Arbeitsgruppen wurden installiert, die sich mit Themen wie “Gemeinschaftsstruktur”, “Interne und externe Kommunikation” oder “Liebe und Spiritualität” beschäftigen. Zwei Seminare mit Cordula Bachner, zum Finden der inneren und äßeren Räume, wurden abgehalten. Der erste Newsletter wurde im Nov. 03 versendet und die provisorische Homepage im Januar 04 ins Netz gestellt. Die Kennenlern-Wochenenden sind immer gut besucht und einige haben Weihnachten 2003 gemeinschaftlich auf einer Selbstversorger-Hütte verbracht.

 

Wir suchen ein Haus

Um dem dringenden Gemeinschaftsbedürfnis vieler zukünftiger BewohnerInnen nachzukommen, suchen wir bis zur Fertigstellung des ersten größeren Gemeinschaftsprojektes ein sofort beziehbares Haus in der Nähe von Linz für bis zu 12 Erwachsene und einige Kinder. Gerade Frauen mit Kindern und ältere Menschen wollen nicht länger auf die Vorzüge des Gemeinschaftslebens verzichten.

Für die weitergehende Perspektive suchen wir einen Hof mit einigen Hektar Land, den wir zu einem Ökodorf für 30 bis 50 Menschen umbauen und erweiteren können.

Hof auf dem Land